WTCC (World Touring Car Championship) am Salzburgring 18. bis 20. Mai 2012
Tag 1, 08:45 Uhr Salzburgring, die Sonne scheint.
Ein herzliches Grüß Gott aus dem schönen Salzburger Land zur sechsten Station der FIA‑Tourenwagen-Weltmeisterschaft WTCC in Österreich.
Nach einer entspannten Anreise am Vatertag und herzlicher Begrüßung durch die Offiziellen an der Strecke war für uns die Nacht bereits um 05:45 Uhr beendet. Ein kurzes Frühstück im Hotel, Lunchpaket nehmen und erstes Briefing um 07:00 Uhr auf der Strecke am berühmten Red-Bull-Bogen waren die ersten Programmpunkte.
Vor einer traumhaften Kulisse der österreichischen Alpen, saftig grünen Wiesen, grasenden Kühen und Schafen steht heute Extrication Team 2 an Posten S 16, Ende Gegengerade vor Start/ Ziel.
Mit dabei sind unsere Kollegen vom Hockenheimring Extrication Team 1, Posten S 10.
Gerade sind die historischen Tourenwagen rund um Porsche und BMW auf der Strecke. Der Sound passt, auf ein schönes Wochenende
Unsere Extrication-Übung findet heute 17:30 Uhr statt. Wir sind auf die Fahrzeuge gespannt, aus denen wir die Fahrer retten dürfen.
Über Facebook halten wir Euch auf dem aktuellen Stand.
Wir sehen uns in der Boxengasse (schwarz - roten „Extrication“ Rennkombis) oder in Salzburg und Umgebung.

Tag 2, 09:00 Uhr Salzburgring, die Sonne scheint, blauer Himmel.
Ein sonniges Grüß Gott und guten Morgen an alle Racefans!
Nachdem wir gestern zwei super erfolgreiche Extrication-Übungen, einmal „normal“ mit dem KED‑System und eine „Crash“-Rettung unter den kritischen Augen des FIA‑Offiziellen Dr. Alain Chantegret absolviert haben, starteten heute pünktlich um 09:00 Uhr die WTCC Cars.
Unser Dank geht an die Teams von Pepe Oriola Tuenti Racing (Seat Leon) und an Aon von Tom Chilton (Ford Focus S2000 TC). Wir wünschen ein erfolgreiches Rennwochenende!
Und wie es für die Serie typisch ist, wird nicht lang gefackelt und so gab es gleich zweimal rote Flaggen und dann einen Abbruch der Trainingssession. Bergefahrzeuge sind im Einsatz, die Streckenbegrenzungen inkl. Werbebanner müssen wieder hergerichtet werden und die Boxencrews haben alle Hände voll zu tun.
Wir haben heute die Positionen der Extrication-Teams getauscht und stehen jetzt am Ende Start – Ziel kurz vor der Bridgestone-Kurve. Team Hockenheim steht vor der Fahrerlagerkurve.
Die ersten Rennen stehen an, der Tag wird auf der Highspeed Strecke sicher interessant.
Tag 3 in Österreich, 09:04 Uhr Salzburgring, die Sonne brennt, blauer Himmel.
Auch am dritten Tag gibt’s ein herzliches Grüß Gott an alle Racefans!
Unsere gestrige Position an der Bridgestone Schikane bot einige interessante und spektakuläre Dreher und Abflüge. Zum Glück ist niemand verletzt worden und wir hatten somit einen ruhigen Tag.
Nach einem Gang durch beide Fahrerlager und besonders fachkundigen Blicken, bezüglich der Rettungsmöglichkeiten an den historischen Fahrzeugen, gab es im Gschirnwirt wieder leckere landestypische Kost. Das mit den Bayern sparen wir uns…
Und irgendwie setzt sich die kleine Seuche fort, denn unser Hotspot funktioniert nicht mehr! Aus diesem Grund gibt’s Tag 3 etwas verspätet.
Nachdem das Los über unsere Position entscheiden musste, standen wir nach zwei Inspektionsrunden wieder einsatzbereit an der Fahrerlagerkurve bei Posten 16.
Das erste Warm-up der WTCC ist vorbei, Alain Menu drehte sich spektakulär vor uns einmal um die eigene Achse, schlug aber nicht in die Streckenbegrenzung ein. Dies sollte sich im zweiten Rennen aber mit fatalen Folgen wiederholen.

Danach waren die ETCC‑Cracks auf der Strecke und wärmten sich auf, auch die Naturtribünen am schönen Salzburgring füllten sich stetig.
Es wurde ein heißer Tag und wir harrten der Dinge. Einsatzbereit und konzentriert freuten wir uns auf diesen Rennsonntag.
Bis auf wenige Ausrutscher und leichte Leitplankenkontakte verlief alles sehr ruhig, bis das zweite Rennen der WTCC an Dramatik kaum zu überbieten war. Nach dem ersten Dreifachsieg starteten die Piloten von den Positionen 10 bis 8 und rollten das Feld von hinten auf. Bis in die letzten Runden hinein sah alles nach einem weiteren überlegenen Sieg der Chevi Flotte aus, bis vor uns Alain Menú in die Leitplanke flog und ihm gleich noch sein Markenkollege Alex MacDowell folgte. Trotz 30 Meter Flug durch das Kiesbett und Leitplankenverformung überschlug sich der Chevi nicht und wir kamen nicht zum Einsatz. Das Kiesbett bremste den zweiten Wagen kurz vor Menús Auto, an dem bereits Streckenposten arbeiteten, und es wurde niemand dabei verletzt. Das waren nur Zentimeter und zeigt immer, wie gefährlich dieser Job für die Helfer ist. In den letzten beiden Kurven hatten die in Führung liegenden Chevrolets Reifenpannen und so wurde aus dem Dreifachsieg nichts. Es gewann zum ersten Mal der BMW‑Pilot Stefano D´Aste. Unser deutscher BMW‑Pilot Franz Engstler landete im ersten Rennen auf dem elften Platz und beendete Rennen zwei auf Rang neun.



Ein kurzes und knappes Fazit: Wir bedanken uns bei den Kolleginnen und Kollegen rund um Dr. Kuenz für die hervorragende Zusammenarbeit am Ring, bei Frau Hofer vom Salzburgring für die Organisation und Betreuung und beim Gschirnwirt für das frühe Aufstehen und die super Küche.
Unseren Kollegen aus Hockenheim wünschen wir für die Saison alles Gute und wenig Einsätze.
Das war’s aus Österreich, wir kommen gern wieder und wir wünschen allen Racern einen unfallfreien Sommer!
Keep on racing; safety with x3medics

